Eine Sintflut-Installation

Aus einem Helferinterview: Gibt es Menschen die Hilfeleistungen zurückweisen?
„Ich glaube, es gibt Menschen, die ihre Hilflosigkeit oder ihre ausweglose Situation benötigen, um zu überleben, zum Beispiel um bestimmte Gefühle nicht mit der echten Ursache binden zu müssen, andere, die zu niemandem Vertrauen entwickeln können und sich vor einem Betrug oder einer ausweglosen Abhängigkeit fürchten, und es gibt welche, die meisten, denke ich, die einfach nicht die Kraft haben, die benögtigte Veränderung in Betracht zu ziehen und umzusetzen. Ihnen kommt der status quo als minderes Übel vor. Bei ihnen nützen auch auf keinen Fall Vernunft oder sogenannte allgemein gültige Argumente.“

Von Club Real durchgeführte Interviews mit Personen die sich beruflich oder ehrenamtlich mit dem Retten und Helfen beschäftigen, bilden die Grundlage für die in der Installation behandelten Fragen und Probleme. Der Besucher betritt die Installation alleine und begegnet Noah und seinem Bruder Archie inmitten einer fragwürdigen Rettungsaktion von historischen Ausmaßen.

Noah and Archie, 16. und 17.02.05: 19 - 20 und 21 - 22 Uhr, 18.02.05: 16 - 19 und 21 - 23 Uhr, schauspielfrankfurt, Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt
Im Rahmen von
I will survive / Arche 2006 – Kunst, Theorie und Praxis zur Rettung der Welt / Kurator: Matthias von Hartz / Ausstattung: Michael Böhler, Sabrina Henssen / Dramaturgie: Sibylle Baschung / Dramaturgische Mitarbeit und Produktionsleitung: Nina Steinhilber

Die Welt muß gerettet werden, soviel ist offensichtlich. Das wissen alle aber irgendwie fängt keiner an. Nach dem Widerstandskongreß im letzten Februar („Schöner wär’s wenn’s schöner wär – Der Kongreß“) machen wir nun mit „I will survive – Arche 2006: Kunst, Theorie und Praxis zur Rettung der Welt“ den ersten Schritt. Im schauspielfrankfurt arbeiten Künstler und Wissenschaftler seit Wochen an unserem Überleben. Im Glashaus wird geforscht, recherchiert, gezüchtet, experimentiert, konstruiert und gebaut. Ein Ende ist nicht abzusehen, aber es geht ja auch ums Ganze. In diese Labor-Baustelle werden wir in der zweiten Februarwoche weitere internationale Gäste einladen, die sich mit dem Untergang und der Rettung der Welt beschäftigt haben. Womit sonst.

Das Spektrum unserer Gäste reicht von bildenden Künstlern über Forscher, Klimaexperten und Umwelt-Aktivisten zu Theologen und Kapitalismuskritikern. Eröffnet wird der diesjährige Kongress am Sonntag, den 12. Februar, mit einem Vortrag eines der einflussreichsten Intellektuellen der USA, dem Ökonomen und Bestsellerautor Jeremy Rifkin. Während der Woche laden wir Sie in unsere Arche zu Abendessen mit Tischreden von unseren Gästen ein. Die freitagsküche kocht für alle und zwischen den Gängen werden Sie Experten aus verschiedenen Disziplinen und Ländern mit theoretischem Input versorgen, über den Sie dann beim Essen mit ihren Tischgenossen streiten können – oder auch nicht. Eine Woche Zeit, sich mit den unterschiedlichen Thesen zum drohendem Untergang und den entsprechenden Rettungsvorschlägen zu befassen. Am Samstag, den 18. Februar, werden zum Abschluss des Kongresses Künstler, politische Gruppen und weitere Wissenschaftler mit Workshops und Vorträgen, Installationen und Interventionen, Theater und Performances das ganze schauspielfrankfurt bespielen. Zahlreiche Projekte zwischen künstlerischer Bildkraft und wissenschaftlicher Präzision ermöglichen jedem Zuschauer, sich seinen Abend rund um Überleben und Untergang nach eigenen Interessen und Vorlieben zusammenzustellen.

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