Die Künstler*innengruppe Club Real verwirklicht seit 17 Jahren partizipative, ortsspezifische Projekte: Installationen, Eins-zu-Eins-Begegnungen, politische Rollenspiele und partizipative Stadtentwicklungsprojekte laden die Besucher*innen dazu ein, alternative Realitätsentwürfe mitzugestalten.

Club Real hat mit der performativen Installation „Der Berg“ (2005, in Kooperation mit Raumlabor, Sophiensaelen und HAU) die plakative Aneignung und Öffnung des ehemaligen Berliner Palast der Republik als Volkspalast umgesetzt. Das Performance-Kollektiv war auch mit einer interaktiven Installation am „Hotel Neustadt“ 2004 in einem ehemaligen Studentenwohnhochhaus im Zentrum Halle- Neustadt, beteiligt, initiierte in Berlin zwei kooperative Brachflächen-Nutzungen und funktionierte in Brandenburg/Hohenstücken die Ruine einer Kaufhalle 2006 zum „Traumkombinat“ um. In Wien baute Club Real 2010 ein Museum der islamisch-österreichischen Beziehungen; in Plovdiv in Bulgarien machten sie ebenfalls 2010 die Investmentruine eines Einkaufszentrums zum Schauplatz eines Horrorromans.

In Frankfurt/Oder und Słubice entwickelte Club Real mit „FOLKSTHEATER/TEATR LUDOWY“ 2015 bis 2017 gemeinsam mit der Stadtbevölkerung und dem Stadttheater Kleist Forum Praktiken zur kollektiven Kunstproduktion, die 2018 im Verlag Theater der Zeit in Buchform veröffentlicht werden.

Ständige Mitglieder sind Marianne Ramsay-Sonneck, Paz Ponce, Georg Reinhardt, Mathias Lenz und Thomas Hauck. Zu den assoziierten Mitgliedern gehören Silke Lange, Tuire Tuomisto, Sebastian Mauksch und Christoph Theußl.

Ehrenmitglieder sind Monika Hartz und Johann Müller.

Die Gruppe versammelt Expertinnen aus den Bereichen Performance, Darstellende Kunst, Architektur, Musik und bildende Kunst. In die vorwiegend partizipatorisch und ortsspezifisch ausgerichteten Projekte werden immer auch lokale Akteur*innen und andere Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Kulturarbeiter*innen eingebunden. Eine mehrjährige Kooperation verbindet Club Real mit der finnischen Gruppe Todellisuuden Tutkimuskeskus und mit dem kubanischen arte contextual Zentrum LASA in Havanna.

Swantje Karich (Kunstmagazin Blau) über Club Real:
„Die künstlerischen Werkzeuge für ihre partizipatorischen Installationen sind die Zeichnungen, das Theater, die Architektur, die Sprache, die Schrift und ganz besonders wichtig der Ort und die Menschen, die dort leben. Sie kapern ihre Bühnen nicht, überlagern nicht die Strukturen, sondern fügen sich ein, um umso deutlicher die Bewohner herauszufordern."